"Kamingespräche" Teil 1: Interview mit dem Sportlichen Leiter Fabio Thaler

January 9, 2019

 

Als im Herbst 2016 die Vision der Kufstein Towers entstand war er von Anfang an dabei.

 

Seitdem ist der Spieler, Sportdirektor, Nachwuchstrainer in Personalunion täglich damit beschäftigt die Pirlo Towers an die Bundesliga heranzuführen. Die Rede ist von unserer Nr.13 Fabio Thaler.

Im ausführlichen Gespräch zur aktuellen Situation auf und abseits des Feldes stand er uns Rede & Antwort.

 

 

Wie sieht das Zwischenfazit nach rund der Hälfte der Spiele im Grunddurchgang aus?

 

Trotz der sehr positiven Bilanz von 9 Siegen bei 10 Spielen, war unsere spielerische Leistung doch durchaus durchwachsen.

Gerade der Saisonstart mit den beiden knappen Erfolgen gegen den BSC Salzburg und Feldkirch offenbarte einige unserer Schwächen. Auch die kürzlich erlittene Niederlage in Salzburg schmerzt sehr, insbesondere weil wir da wieder in alte Muster des Saisonstarts verfallen sind.

 

Andererseits zeigten wir zwischendurch auch unser großes Potential. Die Heimsiege gegen Schwaz und die USI Bulls waren in einer Dominanz, die bis vor 6 Monaten noch undenkbar war. Auch im Trainingsalltag merkt man, dass wir in der Breite besser aufgestellt sind und uns qualitativ verbessert haben. Mit Raphael Miksch kam ja nun der nächste starke Neuzugang dazu.

 

Zu Saisonbeginn wurde der Meistertitel in der Westliga als großes  Ziel ausgegeben. Ist dies weiterhin realistisch?

 

Wenn man im Vorjahr den Titel um einem einzigen Freiwurf in der Verlängerung verpasst, ist es natürlich das logische Ziel im Folgejahr der Titel. Wir sind, wie erwähnt, besser aufgestellt als letzte Saison. Aber auch der Titelverteidiger, die Swarco Raiders, sind sicher ein Stück stärker als letzte Saison. Mit dem BSC Salzburg ist ein starker Konkurrent dazu gekommen und auch Feldkirch kann in einem einzigen Spiel jedem gefährlich werden.

 

Die Duelle gegen die Raiders am 03.02. in Innsbruck und am 10.02. in der Kufstein Arena werden sicher Aufschluss darüber geben, wo wir im Moment stehen. Ein Final Four hat eigene Gesetze, deshalb wollen wir uns bis dahin stets weiterentwickeln und im Mai unseren Leistungszenit abrufen.

 

Man darf auch nicht vergessen, dass wir insgesamt 5 Neuzugänge zu integrieren haben, welche allesamt wichtige Rotationsspieler sind. Das ist eine halbe Mannschaft und so ein „positiver Umbruch“ braucht einfach seine Zeit.

 

Wie sieht deine Aufgabe als Sportlicher Leiter bei den Pirlo  Towers genau aus?

 

Ich denke, ein Verein wie unserer lebt davon, dass jeder grundsätzlich mehr macht als es sein reiner Aufgabenbereich beschreiben würde.

Unser Präsident Michael Pilger arbeitet ein großes Themengebiet ab, welches sicher mehr umfasst als das von manchen anderen Vereinsobmännern. Die Aufgaben unseres Trainers Markus Thurner gehen auch über das reine Coaching und die Trainingsabwicklung hinaus. So zieht es sich durch unsere gesamte Organisation.

 

Im Sportlichen seh ich mich dafür zuständig in Abstimmung mit dem Head Coach einen möglichst starken Kader im Rahmen unserer Möglichkeiten aufzustellen.  Dies gestaltet sich nicht immer einfach, da wir Spieler nicht mit finanziellen Argumenten ködern können, sehr wohl aber mit dem tollen Standort Kufstein und einer großen Vision. Außerdem sind wir abseits vom Court auch sehr aktiv und legen großen Fokus darauf, dass sich unsere Spieler wohlfühlen und in guten Lebenssituationen befinden. Beispielsweise helfen wir bei der Jobsuche, haben eine eigene Unfallversicherung für unsere Kaderspieler, einen Physiotherapeuten, Teamarzt und vieles mehr.

 

Einen mindestens genauso hohen Stellenwert wie die Kampfmannschaft hat in meiner Fuktion der Nachwuchs. Seit Anfang 2017 sind wir da sehr aktiv und haben mit dem Jahrgang 2007 auch schon erste Erfolge feiern dürfen.

Nun gilt es das Angebot weiter auszubauen und die bestehenden Kinder bestens in den Juniorenbasketball einzuführen. Ziel ist es bis 2022 eine Durchgängkeit von der u10 bis zur u19 zu haben.

 

Wie sieht der Zulauf beim Nachwuchs aus?

 

Wir haben hier das Luxusproblem, dass wir „zu schnell“ wachsen und mehr Kinder in den Trainings haben als es unsere Hallenkapazitäten zulassen würden. Bei bis zu 30 Kindern in einer Einfachhalle ist es sehr schwierig, ein strukturiertes Training abzuhalten. Wir haben nun etwas über 50 Kinder im Alter von 7-12 Jahren. Etwa 20 dieser Kinder bilden den Kern der Meisterschaftsteams in der u10, u12 und u14. Wir haben bewusst in den Mini-Altersklassen gestartet um nachhaltige Nachwuchsarbeit zu gewährleisten. Mit dem Bau der neuen FH Kufstein Turnhalle erhoffen wir uns mehr Trainingseinheiten, um unser Angebot weiter ausbauen zu können. Es gab dahingehend bereits einige gute Gespräche.

 

Zu Beginn des Towers Projekts war auch noch von einem Leistungszentrum Kufstein die Rede, wie ist da der Stand der Dinge?

 

Das ist etwas, das wir weiterhin verfolgen und verwirklichen wollen. Wir sind sehr bemüht über die Kufsteiner Stadtgrenzen hinaus Basketball zu positionieren.

Unser Head Coach Markus Thurner leitet ja gleichzeitig den Nachwuchs in Wörgl und auch die neugegründeten Towers 2 haben ihren Sitz in Wörgl. Diese Saison fanden auch zwei unserer Westliga Heimspiele dort statt, einerseits weil die Kufstein Arena belegt war, andererseits aber auch um uns

in der zweitgrößten Gemeinde des Bezirks weiter zu präsentieren. Plan ist es unsere Bemühungen in und die Zusammenarbeit mit Wörgl zu intensivieren, um eventuell schon nächste Saison mit dem „LZ Kufstein“ an den österreichischen u14 Meisterschaften teilzunehmen. Auch mit dem Wörgler Stadtmarketing hatten wir tolle Gespräche und man ist dort gewillt, Basketball eine Fläche zu geben. 

 

Für manche wirkt es durchaus skurril das die Pirlo KUFSTEIN Towers einige ihrer Spiele nicht in Kufstein austragen, wie geht man damit um?

 

Dies ist sicher nachvollziehbar und in einer perfekten Welt wäre es uns auch lieber, dass wir sämtliche Heimspiele auf Ganzfeld in der Kufstein Arena austragen. :-)

Grundsätzlich darf man aber nicht vergessen woher wir kommen. Bis vor knapp zwei Jahren bestand der Basketball im Bezirk Kufstein aus einem sehr kleinen Kreis an Idealisten. Deswegen müssen wir uns die Erfüllung gewisser Ansprüche erst verdienen - mit guten Leistungen auf dem Basketballfeld, aber auch abseits davon.

Es ist seit jeher ein Kampf um jede Trainingseinheit und auch die Koordination der Heimspieltermine für die ganze Saison gestaltet sich nicht einfach. Aber wir machen hier ständig Fortschritte und haben gerade im Nachwuchsbereich mit der SPORTUNION Kufstein einen tollen Partner, der uns unterstützt.

Was die Heimspiele angeht wird es in den nächsten Jahren sehr schwierig, diese im November und Dezember in der Kufstein Arena auszutragen, da diese in der Vorweihnachtszeit extrem überbucht ist. Es wird uns also nichts anderes übrig bleiben als nach Wörgl oder - wie am 26.01. gegen Feldkirch - nach Ebbs auszuweichen. Dies muss aber aus oben genannten Gründen nicht unbedingt etwas schlechtes sein und wir sind sehr froh um diese Ausweichmöglichkeiten.

Nichtsdestotrotz haben wir unsere Wurzeln natürlich in der Bezirkshauptstadt.

 

Du sprichst die fehlenden Ganzfeld Körbe in der Kufstein Arena an, gibt es dahingehend Neuigkeiten?

 

Wie erwähnt gibt es erst seit dem Start der Towers wieder eine aktive Basketballszene in Kufstein. Beim Bau der Kufstein Arena Mitte der 2000er gab es keinen Grund zwecks Basketball Zusatzinvestitionen zu tätigen und es gab auch niemanden der die fehlende Infrastruktur ansprechen hätte können.

Im Nachhinein gestaltet es sich nun offenbar sehr schwierig, die Halle um Ganzfeldkörbe zu ergänzen und wir suchen nun seit Anfang 2017 gemeinsam mit der Stadt Kufstein nach einer Lösung.

Eine Deckenkonstruktion erwies sich als zu teuer und wir arbeiten gerade an einigen Varianten, die Rollkörbe zulassen würden. Dies wird aber noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen und uns sicher bis zum Sommer 2019 noch beschäftigen.

 

Gefährden solche „Baustellen“ das mittelfristige Ziel 2. Basketball Bundesliga?

 

Fakt ist, dass wir ohne Ganzfeld Körbe keine Lizenz für die zweite Bundesliga bekommen. Die Infrastruktur ist sicher noch unser größtes Sorgenkind.

Für den Trainingsbetrieb ist dies im Moment für uns noch vertretbar und wir erhoffen uns mit der neuen FH Kufstein Sporthalle auch eine weitere Verbesserung. Aber um im Zwei-Wochen-Rhytmus Spiele abhalten zu können, bräuchten wir an den Standorten Kufstein & Wörgl jeweils noch Anpassungen an den derzeit vorhandenen Gegebenheiten.

 

Finanziell und auch sportlich sehe ich uns nicht so weit weg von der momentanen zweiten Liga. Wir konnten unser Budgetziel in der ersten Saison sogar leicht übertreffen und auch in dieser Saison sieht es sehr gut aus. Dahingehend sind wir sicher auf Kurs mit dem von uns angestrebten Mindestbudget in die zweite Liga einzusteigen.

Das verdanken wir zu einem Großteil unseren tollen Sponsoren, mit denen wir eine großartige Partnerschaft pflegen.

 

Sportlich müssten wir uns sicher auf mindestens zwei Positionen nochmal verstärken, was für einen Aufsteiger selbstverständlich ist. Trotzdem ist der Abstand zu den Bundesligisten nicht allzu groß. Beim arte Cup im September beispielsweise konnten wir die Raiffeisen Dornbirn Lions voll fordern, welche derzeit ein Top 4 Kandidat in der B-Liga sind.

 

Zum Abschluss – was sind deine Wünsche für die restliche Saison?

 

Mein absoluter Wunsch ist der Westliga Titel in dieser Saison. Das wäre wirklich ein kleiner Traum und tolles Etappenziel auf unserem Weg.

Zusätzlich hoffe ich, dass wir die passende Infrastruktur auf die Beine stellen können, um den großen Traum zweite Bundesliga Realität werden zu lassen.

 

Dankeschön für das ausführliche Gespräch!

 

 

Nächster Heimspieltermin zum vormerken:

Sonntag 27.01.2019 17:00 Sporthalle Ebbs

Pirlo Kufstein Towers vs. Feldkirch Baskets

 

 

#LETSGOTOWERS #CAMETOSTAY

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(c) KUFSTEIN TOWERS

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