Zu Gast beim großen ALBA Berlin - Josef Spiegl auf Hospitation!

Seit Herbst 2019 ist der Sportpsychologe i.A.u.S. Mag. Josef Spiegl für die mentalen Aspekte im Spiel der Towers zuständig.

Jeder Spieler sowie das Team profitiert dabei von den akribisch aufbereiteten Sitzungen unter der Anleitung des Ex-Bundesliga Spielers.

Zusätzlich nützt "Joe" jede Möglichkeit sich weiter- und fortzubilden. Zuletzt war er zu Gast beim großen ALBA Berlin und konnte beim deutschen Vorzeigeklub hinter die Kulissen blicken.

Hierzu ein "Hospitationstagebuch":

Tripreport: ALBA Berlin

Um neue Einblicke in die sportpsychologische Arbeit mit Basketballteams zu gewinnen, hatte ich Kontakt mit der verantwortlichen Sportpsychologin von ALBA Berlin Frau Renate Eichenberger (MA Sportpsychologie / MA Management) aufgenommen. ALBA Berlin ist eine Institution in der easyCredit Basketballbundesliga und kann neben zahlreichen Ligatiteln, Pokalsiegen und Erfolgen in europäischen Bewerben auch die erste Position in der Ewigen-Tabelle des deutschen Basketballs für sich beanspruchen.

Nach ein paar E-Mails und einem Telefongespräch waren schnell vier Tage fixiert an denen ich Renate bei ihrer Arbeit begleiten und sie mit Fragen löchern durfte. Am 16. Februar war es dann so weit und ich startete meinen Trip nach Berlin. Dort angekommen ging es direkt zu einem JBBL (U16 Bundesliga) Match von ALBA, wo ich dann auch Renate das erste Mal traf.

Der Gegner Friedenauer TSC konnte ALBA zwar in dieser Saison schon einmal schlagen, jedoch an diesem Nachmittag vor allem mit der Intensität von ALBA nicht mithalten 132:74... Angesprochen auf diese herausstechende Intensität des gesamten Teams – die Bank involvierte sich vom Anpfiff an komplett in das Spiel und pushte die aktiven Spieler - meinte Renate: „Da habe ich wohl was richtig gemacht ;)“. In den nächsten Tagen hatte ich in Gesprächen immer wieder die Gelegenheit zu erfahren, was Renate sonst auch noch so richtig macht. Eine markante Eigenschaft von ihr: Sie kennt ganz klar ihre Stärken und kann diese auch direkt vermitteln.

Die "heiligen" Hallen Berlins - das Alba Berlin Trainingszentrum

Nach dem Match ging es zum Einchecken in die Unterkunft und anschließend gleich weiter zur Mercedes Benz Arena. Dort stand nämlich das Finalspiel zwischen ALBA und Oldenburg im MagentaSport BBL Pokal an. Dieses Pokalfinale ist das sechste Finale in den letzten drei Saisonen, seit der 73jährige Spanier Aito Garcia Reneses als Head Coach das Zepter an der Seitenlinie der ALBAtrosse übernommen hat. Zig nationale und internationale Titel hat er vor seiner Station in Berlin schon mit spanischen Teams erobert. Mit ALBA noch nicht. Die letzten fünf Finale – alle verloren – DRUCK! Zumindest spürt und sieht man es den Fans aber auch den Spielern von ALBA schon beim Aufwärmen an. Verkrampft, erzwungen wirkt das Spiel der Berliner in den ersten zwei Vierteln, in denen Oldenburg den Ton angibt und immer, als man meinen könnte, dass ALBA den Ausgleich oder vielleicht sogar die Führung übernehmen kann, eine Antwort parat hat. Schafft es Oldenburg weiterhin sich immer wieder von den Miniruns der Berliner abzusetzen oder gelingt es ALBA immer weiter anzustürmen und endlich das Match unter Kontrolle zu bekommen? Im dritten Viertel ist dann der Bann gebrochen und ALBA zieht sein Spiel und damit die Dominanz auf, die Berlin den insgesamt 10. Pokalerfolg der Vereinsgeschichte sichert.

Die Anspannung der über 14.600 (ca. 13.000 Berlin-Fans und ca. 1.600 Oldenburg-Fans) Fans löst sich in ausgelassene Freude auf – zumindest auf ALBA Seite - und die seit dem Sprungball anhaltende tosende Stimmung der Zuseher findet mit dem Schlusspfiff ihren Höhepunkt.

14.600 Zuseher beim ausverkauften Pokalfinale in der Mercedes-Benz Arena

Am nächsten Tag wäre eine Reflexionsrunde für die Trainer angesetzt gewesen, die aber aufgrund des gewonnen Titel und der darauffolgenden Feier leider ins Wasser und Hopfen und Malz fiel. (Alba Berlin hat 35 angestellte Trainer – die Betreuung beginnt schon in Kindertagesstätten und ist über ganz Berlin auf mehrere Teams in quasi allen Altersklassen aufgeteilt = mehr als eine solide Basis). Am Nachmittag traf ich mich wieder mit Renate und einer Kollegin von ihr. Dabei erhielt ich Einblick über organisatorische Abläufe und Herausforderungen in ihrer Arbeit, denn Renate ist auch die Ansprechpartnerin für die Kooperation zwischen ALBA und der Business School Berlin, wodurch sie StudentInnen der Sportpsychologie an Teams und SpielerInnen von ALBA für Coachings vermittelt und koordiniert. Diese Abdeckungsmöglichkeit an quantitativer und qualitativer sportpsychologischer Betreuung gibt es in Deutschland im Bereich Basketball nur bei ALBA Berlin.

In den beiden darauffolgenden Tage konnte ich Renate zu diversen Einzelgesprächen mit Trainern und Athleten aus unterschiedlichen Sportdisziplinen und zu Teamtrainings von JBBL und Pro B Teams ins Trainingszentrum, wo auch einige verletzte Spieler des Profiteams von ALBA ihre Individualtrainings abhielten, begleiten. Die einsatzfähigen Profis waren schon wieder nach St. Petersburg zum nächsten Euroleaguespiel abgereist. Auch nach einem gewonnen Pokalfinale geht es gleich wieder weiter. Das Arbeitsfeld Sport ist sehr dynamisch und wie schon Trainer Aito in der Kabine in seiner Ansprache direkt nach dem Pokalsieg zu seinem Team sinngemäß meinte: „Wir wissen, dass der wichtige Titel der Gewinn der deutschen Liga ist.“ Nach einem Titel ist vor einem Titel und wenn Erfolge ausbleiben, ist man quasi weg vom Fenster. Diese Bedingungen erfordern Leistungsbezogenheit, enorme Flexibilität, positiven Umgang mit Druck und natürlich fachliche Kompetenz. Renate meistert das mit einer grundlegenden Strukturiertheit, hoher Organisationskompetenz, ihren Erfahrungen aus unterschiedlichen Settings aus verschiedensten Sportarten und auch der Wirtschaft und nicht zuletzt Kreativität. „Ich habe noch nie eine Übung aus einem Buch oder von sonst jemanden eins zu eins übernommen, sondern immer an die spezifische Situation adaptiert“ erklärte mir Renate.

Nach vier Tagen Begleitung stand am fünften Tag dann wieder die Abreise für mich auf dem Plan. Als Resümee kann ich sagen, dass die Gespräche mit Renate und die Teilhabe an ihren Sichtweisen, das Erleben der Trainings, Coachings, Einzel- und Nachgespräche sehr lehr- und hilfreich für mich waren und auch in Zukunft sein werden. Die vielen erhaltenen Eindrücke und Anregungen bereichern meine Arbeit mit weiteren Perspektiven für die ich Renate und ALBA Berlin sehr dankbar bin!

Ergänzende Links:

Renate Eichenberger:

Homepage: https://www.eichenbergers.ch/

Interview: https://www.berliner-zeitung.de/sport-leidenschaft/sportpsychologin-renate-eichenberger-niederlagen-zu-verarbeiten-ist-schon-eine-kunst-li.1621

ALBA Berlin: https://www.albaberlin.de/

Aito Garcia Reneses: https://en.wikipedia.org/wiki/A%C3%ADto_Garc%C3%ADa_Reneses

Pokal-Finale und Umbau der Halle: https://www.youtube.com/watch?v=7_ijdX-WLes

#TOWERSHOCHZWEI #MISSION2020

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(c) KUFSTEIN TOWERS

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